Wandern © ISC Finger

Waldbaden

Vor 1,5 Jahren bin ich mit 2 jungen Männern in 5 Tagen ca. 120 Kilometer durch den Wald gewandert. Ich hatte mir eine landschaftlich abwechslungsreiche Route ausgesucht, bin diese im Vorfeld etappenweise mit wanderlustigen Freunden abgelaufen, um auf alles vorbereitet zu sein. Die Wanderung war für uns alle ein in Erinnerung gebliebenes Erlebnis, sodass wir in diesem Jahr erneut den Weg wandern wollten, nur diesmal rückwärts. Rückwärts soll jetzt nicht bedeuten, dass wir rückwärts gewandert sind, wir sind den bekannten Weg gewandert, haben nur da gestartet, wo wir beim letzten Mal geendet sind. Perspektivwechsel! 

Optimal vorbereiten – diesmal waren alle mit den richtigen Schuhen ausgestattet – sind wir zur heißtesten Zeit im Mai gestartet. Wir hatten an allen Tagen zwischen 30 und 34 Grad Celsius im Schatten. Am ersten und zweiten Tag habe ich jeweils nach 15 Kilometern das Handtuch geworfen und den Bus genommen 😅 Es war so heiß, dass ich dachte ich bekomme einen Hitzschlag 🤪 Zum Glück war diesmal noch eine weitere Person mit dabei, die mir dabei Gesellschaft geleistet hat, damit ich mich nicht so allein fühlte und den Schmerz des Aufgebens mit ihr teilen konnte. Gemeinsam haben wir im klimatisierten Bus die Landschaft genossen und in einem Café auf die Jungs gewartet. Die jungen Männer haben durchgezogen, aber ich muss sagen, einen leichten Schaden konnte man am Abend bemerken. So spurlos war die Hitze nicht an ihnen vorbeigezogen.

Um Dich auf unsere Wanderung mitzunehmen, beschreibe ich Dir kurz die Route: Wir sind am Friedwald in Merode gestartet und nach Kornelimünster gewandert. Von Kornelimünster nach Eupen und von dort am dritten Tag durchs Venn nach Monschau. Monschau soll ja zu den schönsten Kleinstädten Deutschlands zählen, was wohl daran liegt, dass die Häuser alle extrem alt sind, der Ort noch sehr ursprünglich und landschaftlich ausgesprochen schön.

Am vierten Tag ging es dann von Monschau nach Einruhr und mit der Rursee-Schifffahrt nach Schwammenauel, wo wir im Seehof Hotel Zimmer mit Blick auf den Rursee reserviert hatten.

Am letzten Tag unserer Wanderung sind wir von Schwammenauel nach Düren gewandert. Ich gebe zu, in Heimbach angekommen, haben wir die Wanderstrecke um ein paar Kilometer mit der Rurtalbahn verkürzt und sind ab Maubach weiter bis Düren gelaufen. An der Kuhbrücke endete unsere Wanderung mit einem gemeinsamen Abendessen im Zapfhahn.

Im Wald zu sein und sich in der Natur zu bewegen war und ist für mich sehr erholsam, auch wenn das Wetter manchmal belastend ist. Ich spüre so richtig wie sich mein Körper regeneriert und meine Gedanken sich beruhigen.

Vor einigen Jahren wurde ja das Waldbaden in den Fokus gerückt. Man konnte sich sogar als Waldbademeister ausbilden lassen. Es wurde beschrieben, als das „Shinrin-yoku“, ein bewusstes, achtsames Eintauchen in die Waldatmosphäre.

Das, was ich am eigenen Leib spüren konnte, wurde bestätigt. Es dient der Stressreduktion und Gesundheitsvorsorge. Durch das bewusste Wahrnehmen der Natur mit allen Sinnen, langsames Gehen und tiefes Atmen werden nachweislich der Blutdruck gesenkt, Stresshormone abgebaut und das Immunsystem gestärkt. Bei 34 Grad im Schatten habe ich da meine Zweifel, aber grundsätzlich bin ich davon überzeugt.

In diesem Jahr machte ich eine ganz ausgefallene Beobachtung, was ich bisher noch in keiner Broschüre gelesen hatte: dass man sich beim Waldbaden ebenfalls entkleidet. Besonders wichtig beim Baden ist auch hier die Badekappe…

Waldbadekappe © ISC Finger
Waldbadekappe © ISC Finger


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