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F wie feiern

Will­kommen im Gesund­heits­zentrum am ukb Von A wie Apotheke bis Z wie Zahnarzt: Um Patienten auch im ambulanten Bereich eine Rundum-Versorgung bieten zu können, hat das Unfallkrankenhaus Berlin (ukb) ein modernes Gesundheitszentrum errichtet.“ (Internetwerbung) – Gott sei Dank! Ich hatte ein richtiges Problem, aber mit der Adresse wird mir bestimmt geholfen.

Ich war zu Besuch bei einer Freundin in Berlin/Biesdorf und stellte fest, dass ich vergessen hatte meine Medikamente gegen Diabetes einzupacken. Leichte Unruhe gepaart mit etwas Panik durchströmten meinen Körper, der meinen Puls anstiegen ließ und mein Herz etwas schneller zum Schlagen brachte. Zum Glück hatte ich die Medikamente gegen zu hohen Blutdruck dabei.

Gemeinsam mit meiner Freundin suchten wir das obengenannte Gesundheitszentrum auf. Nach einer ziemlich langen Wartezeit fragte ich die Dame hinter dem Tresen, ob sie mir bitte helfen könne, da ich ein gesundheitliches Problem habe. Bevor ich weitersprechen konnte, fiel sie mir sehr unfreundlich ins Wort und sagte, dass ich keine Patientin sei und sie mir deshalb nicht weiterhelfen kann. Etwas sprachlos sammelte ich mich kurz und fragte ganz freundlich zurück, ob ich sie richtig verstanden habe, dass nur bestehenden Patienten geholfen werden kann. Ein kurzes knappes „Ja“, war die Antwort. Erneut sprachlos versuchte ich einen weiteren hilflosen Versuch und fragte, ob ich ihr bitte mein Problem schildern dürfte. Ein ebenso knappes und kurzes „Nein“ bekam ich zur Antwort. Als ich, weil meine Not so groß war, und ich dringend ein Rezept für meine Medikamente brauchte, einen weiteren Versuch starten wollte, holte sie ein Schild unter der Theke hervor, wo draufstand „geschlossen oder nicht besetzt“ und ging mit den Worten – ich gehe jetzt impfen –, aus dem Raum.

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Verzweifelt ging ich in die „A“ wie Apotheke, schilderte mein Erlebnis und versuchte dort mit Hilfe der freundlichen Mitarbeiterin eine Lösung zu finden, wie sie mir das verschreibungspflichtige Medikament ohne Rezept doch noch aushändigen konnte.

Was mich tagelang beschäftigt hat, war die Frage, was wäre gewesen, wenn ich, ich als Privatperson ohne medizinische Kenntnisse, auf der Straße einem Zuckerkranken die Hilfe verweigert hätte. Wäre das nicht unterlassene Hilfeleistung? Und hätte dies nicht straf- und zivilrechtliche Konsequenzen?

Letztendlich habe ich mich entschieden mein Leben zu feiern.

Will­kommen im Gesund­heits­zentrum



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