Pünktlich um 13 Uhr am Bahnhof angekommen, aber leider zu knapp, um noch ein Rätselheft zu kaufen. Deshalb sofort zum Gleis. Leider ist der Aufzug außer Betrieb und ich muss den Koffer mühselig die Treppen hochziehen. Die heutige Fahrt nach Berlin mit der deutschen Bahn, ICE Start in Aachen, erster Halt Düren.
Erste Durchsage kam wie gewohnt, pünktlich zum Abreisetermin. Der Zug startet in Aachen mit 45 Minuten Verspätung wegen fehlendem Personal. Nach 45 Minuten und ständigem Hin- und Herüberlegen: Gehe ich die Treppen noch mal runter und wieder rauf, um ein Rätselheft zu kaufen? – wurde die angekündigte Wartezeit auf 2 Stunden verlängert… Ich habe es gelassen und weiter geduldig gewartet. Inzwischen etwas verfroren, aber froh, dass nun die Zeit des Wartens ein Ende hat. Ankunft Köln Hauptbahnhof, gerade alles verstaut und für die Fahrt gemütlich gemacht, da ertönt durch die Sprechanlage des Zuges die Ansage: bitte alle aussteigen, wir haben es uns anders überlegt, der Zug endet hier. Die Gründe waren auch fürs Personal überraschend.
Großes Glück, es steht ein weiterer verspäteter Zug nach Berlin auf Gleis 2, den man ersatzweise nehmen kann. Menschenmengen wechseln von Gleis 1 auf Gleis 2.
Großartig, eingestiegen alles verstaut und gemütlich gemacht, jetzt kann es losgehen. Noch einen wundervollen Platz ohne Sitzplatzreservierung in einem Ruheabteil gefunden. Die Fahrt kann starten. Doch leider weit gefehlt! Eine erneute Ansage: Bitte alle aussteigen, die weitere Fahrt fällt aus. Aber es gibt eine Alternative, glücklicherweise genau auf dem Gleis gegenüber, nur da werden nicht alle reinpassen, schließlich müssen jetzt Personen von 3 Zügen in einen Zug passen. Achtung am Bahnsteig der Zug fährt ein, aber nicht auf dem angezeigten Gleis, sondern heute ausnahmsweise auf Gleis 6, bitte alle das Gleis wechseln. Hunderte von Menschen jung, alt, mit leichtem Gepäck, mit schwerem Gepäck mit Kinderwagen und Rollatoren, etc. um nur einen kleinen Eindruck auf das Chaos zu geben. Rolltreppen gab es keine und die, die es gab, waren außer Betrieb und Aufzüge in die nur maximal 6 Personen mit Gepäck passen. Ob der Zug noch da ist, wenn alle gewechselt sind, bleibt abzuwarten.
Als ich endlich mit meinem Gepäck Platz in einem Aufzug ergattert habe und oben angekommen bin, ist der Zug wegen Überfüllung geschlossen. Alle Reisende sitzen auf ihren Plätzen, die Gänge sind voll mit stehenden Fahrgästen und ich bin so genervt, dass ich mich entscheide weiter zu warten. Ich buche mir einen Sitzplatz für den Zug um 18.18 Uhr und gehe dann noch mal am stehenden Zug vorbei, bis ich im ersten Wagen 2. Klasse noch 15 leere Plätze sehe. Schnell umentschieden und noch eingestiegen.

Der Zug hatte seine erste Reise schon hinter sich, also Köln war Endstation, bevor es für den Zug wieder weiter ging, das bedeutet Dreck, Gestank, Abfall in den Gängen und unter den Sitzen, ohne Ende, aber ich hatte einen Sitzplatz. Natürlich füllte sich dieser Zug immer mehr und jetzt sitze ich neben einer feinen Dame, in meinem Alter mit dem typischen muffeligen Kölnisch Wasser Duft, gepaart mit Mottenkugeln, die auch leider bis Berlin fährt.
Hätte ich mir doch noch schnell das Rätselheft gekauft.