Geschichten habe ich unzählige, aber sind es die Geschichten, die einer hören will? Ich liebe Geschichten aus dem Leben, wenn sie mich berühren oder in einer anderen Form unterhalten. Aber ist das etwas, was ich kann? Sehr gerne möchte ich für das neue Jahr diesen Versuch starten, denn ich bin auch sehr gerne eine Geschichtenerzählerin. Meine Geschichten haben immer einen Kontext oder passen in eine bestimmte Situation, aber so aus dem Zusammenhang oder einfach mal erzählt, das habe ich noch nie gemacht.
Vielleicht fang ich mal an, mit einer Geschichte über Bäume. Jeder der mich kennt weiß, wie sehr ich mit Bäumen verbunden bin.
In einer Zeit, wo ich mich von den Schmarotzer:innen und Verräter:innen in meinem Leben befreit hatte, besuchte ich meine Freundin, mit der ich schon seit über 50 Jahren engverbunden bin, um mit ihr darauf anzustoßen. Es war ein sonniger Sommertag und auf ihrer Terrasse stand ein Baum, den ich so zuvor noch nie gesehen hatte. Er war ca. 200 cm hoch und hatte ganz feine Äste mit Blättern die rot, pink, und lila gefärbt waren. So einen Baum möchte ich auch haben und fragte natürlich nach dem Namen dieses Baumes. Es ist ein Judasbaum. Unglaublich, Geschichten die das Leben schreibt. Im Netz suchte ich nach der Bedeutung des Namens für diesen Baum und siehe da, der Judasbaum heißt so, weil der Legende nach der Apostel Judas Iskariot sich nach seinem Verrat an Jesus an einem solchen Baum erhängt haben soll, woraufhin die Blüten vor Scham rot anliefen. Der Entschluss war gefasst, so ein Baum kommt mir als Mahnmal in meinen Garten. Gemeinsam mit meiner Freundin fuhr ich in die Gärtnerei ihres Vertrauens.

Als ich den Hof betrat empfing mich ein prächtiger Baum, den ich nicht mehr aus den Augen verlor. Als die Gärtnerin mit mir ins Gespräch kam erfuhr ich den Namen dieses Baumes und habe auch sofort die Bedeutung im Netz gesucht.Es ist eine Hängeulme, die nicht mehr in die Höhe wächst, aber die Äste und Zweige sich im Laufe der Jahre mehr und mehr verdichten und wachsen, und so kann man gemütlich unter der Ulme sitzen. Die Ulme ist ein Schattenbaum, dem man die mystische Eigenschaft nachsagt, dass er gegen Blitzschlag schützen soll. Gewitter ist neben Sturm, Hochwasser und Erdbeben ebenfalls eine Naturgewalt, die mir richtig Angst macht. Also wäre das auch ein Baum, dem ich einen Platz in meinem Garten geben möchte.
Weiter stand über die Ulme geschrieben, dass sie in der spirituellen Welt, der Baum der Intuition ist. Sein Geist hütet das Wissen, wie man diese Eigenschaft zu voller Blüte bringen kann. Es gab noch vieles mehr, was man über die Ulme berichtet. Traditionell wird sie in Verbindung gebracht als Symbol für Kommunikation, für Gerechtigkeit in Frankreich, für Freiheit in den USA und als Baum des Lebens symbolisiert sie im Hinduismus und im Buddhismus die Wurzel des Lebens und die Verbindung zur Spiritualität.
Mein Garten ist jetzt um 2 Bäume prächtiger.
Manchmal muss was gehen, damit so viel Schönes Platz bekommt.
