„V“ – VAKOG: Die „fünf Pforten“ der Wahrnehmung

VAKOG: Die „fünf Pforten“ der Wahrnehmung

© De Vries

Die fünf Buchstaben „VAKOG“ stehen abgekürzt für unsere fünf Sinne: Visuell (Sehen), Auditiv (Hören), Kinästhetisch (Fühlen), Olfaktorisch (Riechen) und Gustatorisch (Schmecken). Die Welt in der wir leben wird durch unsere fünf Sinne erst erfahrbar. Dabei sind wir ständig einem permanenten Strom von Reizen ausgesetzt. Ein interner Filter sorgt für Orientierung und filtert die für uns wichtigsten Reize heraus. Ohne diesen gezielten „Informationsverlust“ würden wir die Umwelt nur noch als „großes Rauschen“ wahrnehmen.

Wissenschaftler haben einmal nachgemessen, wie viel jeder Durchschnittsmensch an Sinneserfahrungen überhaupt bewusst wahrnehmen könnte und diesen anschließend in Relation zum tatsächlich wahrgenommenen Spektrum gesetzt. Sie kamen zu folgendem Ergebnis: Wenn alle grundsätzlich wahrnehmbaren Reize durch eine Gesamtstrecke von 11 km repräsentiert würden, wäre die tatsächlich wahrgenommene Strecke nur unglaubliche 11 mm (!) kurz. Aus diesem extrem kleinen Spektrum wahrgenommener Sinneserfahrungen formen wir unsere eigene Welt, unsere eigene „Landkarte der Wirklichkeit“. Zusätzlich entwickelt jeder Mensch im Laufe seines Lebens individuelle Präferenzen. Manche Menschen sind eher visuell orientiert, andere bevorzugen den auditiven Kanal, andere fühlen sich eher im kinästhetischen Bereich wohl. Welche Kanäle überwiegend genutzt werden lässt sich gut durch (Selbst-) Beobachtung feststellen. Häufig genutzte Sprachmuster können einen äußerlichen Hinweis geben. Werden z.B. häufig visuelle Worte oder Redewendungen benutzt wie „Sich ein Bild machen“ oder „Licht ins Dunkel bringen“ ist das ein Hinweis auf eine visuelle Orientierung sein. Auditive Redewendungen sind beispielsweise „Das hört sich gut an“ oder „Das klingt überzeugend“ etc.

Im Coaching-Prozess ist es sehr hilfreich herauszufinden um welchen „VAKOG-Typ“ es sich handelt. Ein Zugang zur inneren Erlebniswelt des Klienten ist so leichter möglich. Aber auch bei Vorträgen oder Diskussionen ist es wesentlich effektiver, möglichst viele Sinneskanäle anzusprechen. Auf diese Weise werden die Zuhörer individueller angesprochen und können dem Vortrag leichter und interessierter folgen.

Welcher VAKOG-Typ sind Sie und haben Sie schon einmal überlegt, warum Sie mit einigen Menschen schneller „auf einer Wellenlänge funken“ wohingegen andere Menschen Sie einfach nicht verstehen wollen? Die Erklärung könnte in unterschiedlichen VAKOG-Schwerpunkten liegen. Oder fragen Sie sich, wie Sie Ihre Gesprächspartner besser von Ihrer Sichtweise überzeugen können und ihren Standpunkt leichter klar machen können? Könnte eine VAKOG (Selbst) Beobachtung dabei helfen, sich und die Welt besser zu verstehen?