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„Z“ – Zuhören ist eine erlernbare Fähigkeit

by Frank Seifert.

Aktives Zuhören - eine erlernbare Fähigkeit

© De Vries

Heute geht es bei „Z“ um das Zuhören. Die meisten Menschen halten sich wahrscheinlich selbst für sehr gute Zuhörer. Fragen Sie sich selbst: Bin ich wirklich ein guter Zuhörer? Was genau bedeutet Zuhören eigentlich für mich und was ist dabei zu beachten?

Fühlbare Qualität

Wenn uns jemand wirklich gut zuhört, so merken wir das sofort. Es fühlt sich einfach gut an. Wir erfahren eine gewisse Wertschätzung und fühlen uns wahrgenommen. Das Gegenteil ist der Fall in Gesprächen und Situationen, wo uns nicht zugehört wird bzw. nur so getan wird, als dass man uns zuhört. In diesen Gesprächssituationen fühlen wir uns mit unserem Anliegen und manchmal sogar als Person nicht ernst genommen. Das ist häufig ein Grund für Rückzug und Konflikte in Beziehungen. Wirklich gutes Zuhören ist aber nicht nur im alltäglichen Leben sehr wichtig für die interpersonelle Kommunikation. Insbesondere in Coaching-Gesprächen mit Klienten bzw. in Therapien ist gutes Hinhören eine wichtige Grundlage für den Erfolg. Aber was genau muss dabei beachten werden?

Aktives Zuhören

Der amerikanische Psychotherapeut Carl Rogers hat das Kommunikationstool „aktives Zuhören“ erstmals beschrieben und daraus seine klientenzentrierte Gesprächstherapie entwickelt (mehr dazu unter https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Rogers). Unter aktivem Zuhören wird die emotionale Reaktion auf die Signale des Gesprächspartners verstanden (mehr dazu unter https://de.wikipedia.org/wiki/Aktives_Zuhören). Dieses Tool basiert auf der Grundlage von Wohlwollen dem Gesprächspartner gegenüber und schließt alle Formen kommunikativer Signale (auch nonverbale Signale) mit ein. Hilfreich für den aktiven Zuhörer ist dabei, dass er sich beispielsweise selbst gut kennt und die eigenen Muster weitgehend geklärt hat. Außerdem sollte er möglichst absichtsfrei sein und ohne eigene Zielsetzungen in die Kommunikation gehen. Aktives Zuhören ist nach Überzeugung der Befürworter eine erlernbare Fähigkeit. Die eigenen Kommunikationsgewohnheiten sollten daher regelmäßig geübt werden.

Größter Anteil am Gelingen der Kommunikation

Ein weit verbreiteter Irrtum beim Thema Zuhören ist nach Ansicht einiger Psychologen, dass das Zuhören der passive Teil der Kommunikation sei und ohne jede Anstrengung des Zuhörers ablaufen kann. Nach Erkenntnissen einiger Forscher liegt der größere Anteil am Gelingen einer Kommunikation (rund 51%) jedoch beim Zuhörer. Es geht eben nicht nur um die akustische Aufnahme des Gesagten, sondern vielmehr um die inhaltliche Erfassung der Botschaft. Das wiederum erfordert aktives Zuhören – ähnlich dem aktiven Prozess des Sprechens. Versuchen Sie es selbst. Beim Anderen zu sein und wirklich gut zuzuhören, kann einige Anstrengung erfordern.

Was sind Ihre Erfahrungen mit dem Zuhören? Halten Sie sich selbst für einen guten Zuhörer? Kennen Sie besonders gute und weniger gute Zuhörer? Wie reagieren Sie auf diese unterschiedlichen Zuhörer?