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„V“ – Vertrauen – Verletzbarkeit zeigen

by Frank Seifert.

„V“ – Vertrauen – Verletzbarkeit zeigen

© De Vries

Kennen Sie das Sprichwort: „Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser.“? Diesen Grundsatz in der Therapie oder im Coaching anzuwenden hieße keine Verletzbarkeit zuzulassen und den Handlungsspielraum des Klienten oder auch des Coaches/Therapeuten einzuschränken (mehr dazu unter https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrauen). Vertrauen ist „(..) der Wille, sich verletzlich zu zeigen“ ( Osterloh, M., Weibel, A. (2006), Investition Vertrauen. Prozesse der Vertrauensentwicklung in Organisationen). Ohne diesen Willen ist es sehr unwahrscheinlich, dass ein gutes Verhältnis zwischen Coach/Therapeuten und Klienten – aber auch zwischen Kollegen oder Chefs und Mitarbeiter entsteht. Auch das Verlassen auf die gegenseitigen Fähigkeiten gehört dazu und ist nach Ansicht vieler Psychologen unerlässlich für eine gute Zusammenarbeit und die persönliche Entwicklung.

Entstehung

Diese grundsätzliche Zuversicht entsteht nach Ansicht vieler Psychologen schon in der Kindheit. Entwicklungspsychologen sprechen hier vom sogenannten „Urvertrauen“ (mehr dazu unter https://de.wikipedia.org/wiki/Urvertrauen). Nach Ansicht der Wissenschaftler können Störungen in den Entwicklungsstufen im Säuglingsalter später beim Erwachsenen zu Vertrauensproblemen führen. Insbesondere der Aspekt der Mutter-Kind-Beziehung spielt dabei eine wichtige Rolle (Erikson, E.H. (1953). Wachstum und Krisen der gesunden Persönlichkeit.).

Vorausschauendes Denken

Der Vertrauensbegriff taucht in unterschiedlichen psychologischen Theorien immer öfter auf und wird je nach Schwerpunkt unterschiedlich behandelt (mehr dazu unter http://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/vertrauen/16374). Gemeinsam ist allen theoretischen Erklärungen, dass Vertrauen immer zukunftsgerichtet ist und auf Erfahrungen beruht. Eine unbekannte Situation wird also antizipiert und die möglichen Handlungen danach ausgerichtet. Es ist also ein nichtwissender – Wissenszustand und ist demnach vom Glauben zu unterscheiden. Wenn alle Umstände des Handelns bekannt sind, braucht man keine zusätzlichen Sicherheiten. In unsicheren Situationen, riskiert man unter Umständen negative Konsequenzen. Lernfortschritte und Persönlichkeitsentwicklung werden aber vor allem durch das Verlassen auf den Prozess und die Zuversicht in die eigenen Fähigkeiten gefördert.

Risiken eingehen

Ohne diese Zuversicht gibt es keine Bereitschaft Risiken einzugehen. Kontrolle vermeidet diese Risiken aufgrund von Misstrauen. Dieses Gefühl (scheinbarer) Macht und Sicherheit verhindert allerdings jede psychosoziale Entwicklung und Kreativität.

Haben Sie schnell Vertrauen? Worauf bauen Sie wirklich? Kann man Ihrer Meinung nach Vertrauen erlernen? Worin zeigt sich Vertrauen?