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„Q“ – Quasibedürfnisse und die unerledigten Aufgaben

by Frank Seifert.

„Q“ – Quasibedürfnisse und die unerledigten Aufgaben

© De Vries

Heute geht es im Coaching ABC um sogenannte „Quasibedürfnisse“ oder auch vorübergehende Bedürfnisse (mehr dazu unter http://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/quasibeduerfnis/12369).

Symptome eines realen Bedürfnisses

Kennen Sie das? Eine Aufgabe ist noch zu erledigen und alle Gedanken kreisen um die Todos. An Ruhe ist nicht wirklich zu denken und auch körperlich zeigen sich im Extremfall Symptome wie beispielsweise Nervosität sowie Appetit- und Ruhelosigkeit. Manchmal ist man aber auch nur in den Gedanken an diese bestimmte Sache vertieft und kann sich auf nichts anderes mehr konzentrieren. Die Psychologie spricht bei solchen Zuständen von einem Quasibedürfnis. „Quasi“ deshalb, weil es sich nicht um ein tatsächliches – beispielsweise physisches Bedürfnis wie Durst, Hunger oder Wärme handelt. Auch existentielle psychische Bedürfnisse wie Liebe, Anerkennung und (Selbst) Vertrauen stehen nicht hinter den Symptomen dieser Art von Bedürfnissen. Eigentlich geht es nur darum, dass der Betroffene sich erst wieder gut fühlt (beziehungsweise gut fühlen kann), wenn die bevorstehende Aufgabe erfüllt wurde. Diese Reaktionen auf rein gedankliche Vorgänge sind den „realen“ Bedürfnissen sehr ähnlich.

Quasibedürfnisse als starke Antreiber

Quasibedürfnisse sind alltägliche Phänomene, die insbesondere in unserer technisch hoch entwickelten Wohlstandsgesellschaft „reale“ Bedürfnisse teilweise überdecken können. Auch können Sie wie starke Motivatoren, die einen Spannungszustand bis zur Zielerreichung oder dessen Aufgabe, wirken. In einer Welt, wo es nicht mehr um das physische Überleben geht, braucht der Mensch vielleicht gewisse Ersatzbedürfnisse, die es zu befriedigen gilt!? Eine weitere These wäre es, dass diese Quasibedürfnisse von unerfüllten psychischen Bedürfnissen zeitweise ablenken können.

Unerledigte Aufgaben und offene Loops

Wir kennen sicherlich alle das gute Gefühl, wenn wir wieder hinter Aufgaben einen Haken machen können, die auf unserer Todo-Liste stehen. Insbesondere Aufgaben von denen wir wissen, dass sie sehr wichtig sind, aber auf die wir überhaupt keine Lust haben – wie beispielsweise die Steuererklärung -, verursachen oft „Bauchschmerzen“. Erst wenn alles erledigt wurde, fühlen wir uns wieder gut und entspannt. Bleibt eine Aufgabe unerledigt oder wird diese unterbrochen, dann erinnert man sich bevorzugt an diese „offene Loops“ im Gegensatz zu den erfüllten Aufgaben, die irgendwo innerlich endgültig abgelegt werden konnten. Diesen Effekt nennt man den „Zeigarnik-Effekt“ (mehr dazu unter https://de.wikipedia.org/wiki/Zeigarnik-Effekt).

Wie gehen Sie mit unerfüllten Aufgaben um? Sind bei Ihnen ebenfalls Aufgaben unerledigt geblieben, die sie nicht vergessen können und Ihnen immer noch auf der Seele liegen?