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„M“ – Magisches Denken und der blaue Pullover

by Frank Seifert.

„M“ – Magisches Denken und der blaue Glückspullover

© De Vries

Mit dem heutigen Begriff „Magisches Denken“ verbinden viele Menschen, insbesondere aus der angeblich wissenschaftlich aufgeklärten Welt, eher das Denken sogenannter primitiver Naturvölker. Wir kennen dieses magische Denken beispielsweise von verschiedenen Riten und Ritualen (Regentänze etc.), um die Götter milde zu stimmen oder auch von aufgestellten Tabus, deren Nichtbefolgen drastische Konsequenzen für den Delinquenten haben kann. Sie denken, dass hat alles nichts mit uns zu tun? Weit gefehlt!

Hexen, Zauberer und Weihnachtsmänner

Magisches Denken wird von der Psychologie unter anderem mit der kindlichen Entwicklung in Verbindung gebracht (mehr dazu unter http://lexikon.stangl.eu/2786/magisches-denken/). Kinder alle Kulturen durchlaufen eine Phase in der sie glauben, dass ihre Taten, Worte oder Gedanken auf magische Weise Einfluss auf die Entwicklung der Ereignisse nehmen. So leben diese Kinder meist zwischen dem Dritten und Fünften Lebensjahr in einer Art Phantasiewelt, wo es Hexen, Zauberer oder auch den Weihnachtsmann gibt. Manchmal werden die Phantasiegeschichten der Kinder von der Erwachsenenwelt als Lügen missverstanden. In sich sind diese magischen Welten für das Kind jedoch logisch und somit keine Lüge (mehr dazu unter https://www.kindergesundheit-info.de/themen/entwicklung/entwicklungsschritte/geistige-entwicklung/magische-phase/). Meist verschwindet diese Phase von alleine und macht der realistischen Phase Platz.

Magisches Denken und Zwänge

Abgesehen von dieser Form der vorübergehenden Phantasterei bei Kindern, gehören Zwänge ebenfalls in die psychologische Kategorie magischen Denkens. Hier werden zwanghaft bestimmte Handlungen oder Denkweisen wiederholt, um beispielsweise schlimme Folgen zu verhindern.

Aberglaube und ein blauer Pullover

Auch der Aberglaube ist überall weit verbreitet und eine Spielart des magischen Denkens. Beim Aberglauben wird bewusst auf die Untersuchung wissenschaftlich fundierter Ursache- und Wirkungszusammenhänge verzichtet, beziehungsweise deren Aussagen schlichtweg ignoriert. Viele Anhänger abergläubischen Denkens sind sich vielleicht sogar bewusst, dass das unwissenschaftlich ist. Aber vielleicht denken sie ja, man kann nie wissen …. und legen sich ein Glücksamulett zu. Vor allem bei Sportlern ist diese Praxis weit verbreitet. Da wird schon mal ein blauer Pullover zum magischen Glücksbinger, der sogar für sehr viel Geld versteigert wird (mehr dazu unter http://www.bild.de/sport/fussball/udo-lattek/wo-ist-bloss-der-blaue-pullover-49358016.bild.html).

Sind Sie abergläubisch oder ist für Sie die Welt rein rational erklärbar? Wo liegt für Sie der Unterschied zwischen Glaube und Aberglaube?