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„F“ – Frank Farelli ein Professor zum Lachen

by Frank Seifert.

Frank Farelli ein Professor zum Lachen

© De Vries

Heute geht es im Coaching „ABC“ um einen besonderen Professor und Therapeuten, der die Volksweisheit „Lachen ist gesund“ auf eine besondere Weise umsetzt: Frank Farelli (emeritierte Professor für Psychologie aus Wisconsin). Er gilt als der Entwickler einer eigenen Therapieform, die mit (liebevollen) Provokationen arbeitet – die sogenannte „Provokative Therapie“ (mehr dazu unter https://de.wikipedia.org/wiki/Provokative_Therapie).

Widerspruchsgeist wird geweckt

Farelli fand heraus, dass es für viele seiner Klienten und deren Therapiefortschritt sehr vorteilhaft war, wenn er sie beispielsweise mit humorvollen Übertreibungen oder durch paradoxe – und verzerrende Lösungsvorschläge herausforderte. Auf diese Weise weckt er den Widerspruchsgeist bzw. die Eigenständigkeit des Klienten im Hinblick auf die selbstständige und aktive Lösung beispielsweise bei selbstschädigendem Verhalten. Der Patient distanziert sich von seinem negativen Zustand, in dem er durch die Provokation des Therapeuten über die Absurdität lacht.

Paradoxe Intervention

Auch andere Psychologen wie beispielsweise Paul Watzlawick nutzten in ihren Therapien bereits spielerisch die Kraft paradoxer -, humorvoller Interventionen (mehr dazu unter https://de.wikipedia.org/wiki/Paradoxe_Intervention). Farelli verfeinerte die Technik und nutzt dabei seine besonderen intuitiven Fähigkeiten der kunstvollen Provokation. Mittlerweile wird diese Methode nicht nur im therapeutischen Kontext eingesetzt sondern in vielen unterschiedlichen Bereichen, wo Menschen mit Menschen arbeiten. Hier zu nennen sind beispielsweise Personalentwicklung, Management, Medizin oder Sozialpädagogik.

Eigenschaften des Therapeuten

Die PT wird vor allem als lösungsorientierte Kurztherapie eingesetzt und verlangt vom Therapeuten ein hohes Maß an Empathie. Es ist oft ein sehr schmaler Grad zwischen humorvollen Interventionen, die den Klienten positiv aktivieren bzw. zum lachen bringen und Beleidigungen bzw. Verletzungen, die sehr kontraproduktiv wären. Der Therapeut muss also in der Lage sein, sich sehr gut auf seinen Klienten einzustellen. Darüber hinaus fördert das Spielerische an dieser Therapie die Intuitionsfähigkeit des Therapeuten selbst. Grundlage für den Therapeuten ist daher auch ein gewisses Selbstvertrauen in die eigene Intuition zu haben sowie den Mut zur spielerischen – und immer auch liebevollen Provokation. Die PT von Farelli ist eine sehr wirkungsvolle Methode um kurzfristige Erfolge zu erzielen, erfordert aber vom Therapeuten ein hohes Maß an Empathie und Glaube an die eigene Intuition.

Haben Sie auch einmal durch absurde Aussagen einen anderen Blickwinkel für ein Problem bekommen? Man sagt, Lachen ist gesund. Was ist Ihre Meinung dazu?