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„E“ – Einstellung

by Frank Seifert.

„E“ – Einstellung

© De Vries

Heute geht es im Coaching ABC um den Begriff „Einstellung“. Die Psychologen sprechen dabei von Gefühlen beziehungsweise Überzeugungen, die Menschen dazu vorab in die Lage versetzen, in einer bestimmten Art und Weise auf Dinge, Menschen oder Situationen zu reagieren (siehe auch unter http://lexikon.stangl.eu/3384/einstellung/). Einstellungen zeigen sich auf unterschiedlichen Ebenen – kognitiv, emotional oder im Verhalten von Menschen. Der Sinn vom „Schubladendenken“ ist vor allem, dass schnelle Entscheidungen getroffen werden können ohne vorher eine große Menge an Informationen auswerten zu müssen, was naturgemäß sehr viel Zeit kosten würde. Schubladendenken ist also eine Strategie für einen sparsamen Ressourcen-Einsatz.

Kriterien für den ersten Eindruck

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass in der kurzen Zeitspanne von nur wenigen Sekunden sehr viele Informationen unbewusst im Gehirn verarbeitet werden. Mimik und Verhalten der anderen Person scheinen dabei eine wichtige Rolle zu spielen. (mehr dazu unter http://www.uni-muenster.de/Psychodiagnostik/public/P.M.%20Perspektive.pdf). Außerdem haben die Wissenschaftler herausgefunden, dass ein negativer erster Eindruck oft sehr lange bestehen bleibt und nur durch eine Vielzahl an positiven Erfahrungen geändert werden kann.

Alle haben Vorurteile

Einstellungen entscheiden also häufig über Zugehörigkeit oder Ablehnung von Menschen, Dingen oder Situationen. Stereotype und Vorurteile sind dabei verbreiteter als man denkt. Tatsächlich ist es so, wie Wissenschaftler herausgefunden haben, dass wir ausnahmslos alle Vorurteile haben (mehr dazu unter http://www.zeit.de/zeit-wissen/2013/03/psychologie-vorurteile-verhalten). Denkschablonen sind also sehr menschlich. Denn ohne diesen Mechanismus gäbe es uns wahrscheinlich nicht mehr. Denn Schablonendenken spart nicht nur wichtige Energie, sondern fördert außerdem den Zusammenhalt einer Gruppe durch das Zugehörigkeitsgefühl und durch Abgrenzung zu anderen. Schablonen sind also eine nützliche Erfindung des Gehirns.

Explizite und implizite Einstellung

Einstellungen sind aber nicht grundsätzlich unveränderbar. Machen wir sie uns bewusst, so lassen sie sich auf ihren Wahrheitsgehalt beziehungsweise auf ihre Relevanz hin überprüfen. Psychologen sprechen hierbei von expliziten – und impliziten Einstellungen. Explizite Einstellungen haben meist einen rationalen Ursprung mit korrigierender Wirkung auf ein erwünschtes – beziehungsweise auf ein unerwünschtes Sozialverhalten. Eine implizite Einstellung dahingegen äußert sich meist automatisch, unreflektiert und spontan. Implizite Einstellungen sind dabei das Ergebnis vergangener Erfahrungen und werden nicht weiter hinterfragt. Bei expliziten Einstellungen ist die Änderung des Denkens, Fühlens und Handelns dem Einstellungsobjekt gegenüber immer möglich.

Welche Einstellung haben Sie in Ihrem Leben geändert? Was hat dabei den Ausschlag gegeben? Gibt es Einstellungen, die Sie für unveränderbar halten?