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„D“ – Dissonanz – Theorie innerer Spannungszustände

by Frank Seifert.

Dissonanz - Theorie der inneren Spannungszustände

© De Vries

„Ich mach‘ mir die Welt Widdewidde wie sie mir gefällt ….“ Wer kennt es nicht das berühmte Lied von Pippi Langstrumpf!? Pippi macht einfach das was ihr gefällt und es geht ihr (immer) gut dabei. So einfach ist es aber für die meisten Menschen nicht. Manchmal entstehen innere Spannungen, weil ein bestimmtes Verhalten und die dazugehörenden Einstellungen nicht zueinander passen oder sich widersprechen.  Dann sprechen wir davon das „zwei Herzen in unserer Brust schlagen“. Wenn wir beispielsweise Zigarette rauchen und gleichzeig wissen, dass das schädlich ist, müssen wir einen Weg finden, mit diesem Widerspruch bzw. dieser Dissonanz klar zu kommen und diese auflösen. Ansonsten erleben wir ständig diesen Spannungszustand bei einem bestimmten Verhalten wie beispielsweise dem Rauchen.

Dissonanz auflösen

In der Dissonanztheorie (mehr dazu unter http://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/dissonanztheorie/3529) sprechen die Sozialpsychologen in diesem Zusammenhang auch von sogenannten „kognitiven Dissonanzen“ (mehr dazu unter https://de.wikipedia.org/wiki/Kognitive_Dissonanz) die es gilt aufzulösen. Eine als unangenehm empfundene innere Spannung muss demnach kognitiv oder verhaltensbezogen wieder entspannt werden. Das geht dann beispielsweise entweder indem die Kognitionen, sprich die Einstellungen und Überzeugungen zu einem Thema wie beispielsweise dem Rauchen (Rauchen ist gesundheitsschädlich vs. Ich rauche aber gerne), irgendwie in Einklang gebracht werden. Eine mögliche Strategie ist es, eine Aussage wie „das Rauchen ist schädlich“ abzuwerten. Man könnte beispielsweise zu der Überzeugung gelangen, dass es noch gar nicht eindeutig erwiesen ist, dass das Rauchen schädlich ist. Eine andere Möglichkeit wäre, das Verhalten zu ändern und mit dem Rauchen aufzuhören (was bekanntermaßen wesentlich schwieriger ist).

Dissonanz und Entscheidungen

Kognitive Dissonanzen treten ebenfalls nach bereits getroffenen Entscheidungen auf. Wenn man beispielsweise etwas gekauft hat, können schnell Zweifel aufkommen, ob der Kauf richtig war oder nicht. Ziel ist es immer, dass der als unangenehm empfundene Spannungszustand zwischen Verhalten oder der Entscheidung und den Kognitionen ausgeglichen wird, also die Harmonie wieder hergestellt wird, die vor dem Verhalten oder der Entscheidung herrschte. Produkthersteller wissen das natürlich und legen daher häufig ihren Produkten Prospekte bei wo sie den Käufer zu seiner Kaufentscheidung beglückwünschen.

Dissonanz vorbeugen

Kognitive Prozesse zur Dissonanzvorbeugung treten in Aktion, wenn z.B. das (positive) Selbstbild nach außen hin aufrecht erhalten bleiben soll. Um möglichen Bedrohungen z.B. durch eine Prüfung vorzubeugen, werden manchmal schon im Vorfeld Ausreden für den Fall des Scheiterns parat gehalten. So fühlt man sich nachher nicht ganz so schlecht und kann sich vor allem vor sich selbst rechtfertigen. Diese Strategie ist aber eher unter Selbstbetrug einzuordnen und provoziert zudem sogenannte „selbsterfüllende Prophezeiungen“.

Ehrliche Selbstreflexion

Dauerhafte Harmonie zwischen Handeln und Denken entsteht vor allem durch einen Prozess einer ehrlichen und aufrechten Selbstreflektion. Manchmal reicht es auch bestimmte Probleme aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten um Dissonanzen aufzulösen. Ein guter Coach kann dabei eine sehr gute Unterstützung sein.

Was sind Ihre Erfahrungen mir kognitiven Dissonanzen? Haben Sie bereits einige dieser inneren Spannungszustände für sich aufgelöst? Was hat Ihnen dabei geholfen?